Die Theaterstücke

2018: „Die Rumplhanni“

„Die Rumplhanni“ im Freilichttheater Miesbach

Mit Walter Kohlhaufs Inszenierung der „Rumplhanni“ – einem Theaterstück von Traudl Bogenhauser nach dem Roman von Lena Christ steht ein weiteres Großprojekt auf dem Jubiläumsprogramm. Rund 50 Mitwirkende bringen das Stück in 21 Szenen auf die Freilichtbühne im Waitzinger Park.
Geplant sind 7 Aufführungen am 13./14./27./28./29. Juli sowie am 3. und 4. August 2018 jeweils um 20.30 Uhr mit äußerst talentierten Laienschauspielern aus Miesbach und Umgebung. Die Konzeption der gewaltigen Land- und Stadtkulissen liegt in den Händen von Stefan Baumgartner und Paul Martin. Das Freilichttheater bezieht Natur, Wind und Wetter mit ein und ermöglicht damit ein Erleben des dramatischen Geschehens mit allen Sinnen. Eintrittskarten zu 22 und 20 € sind ab sofort im Waitzinger Keller – Kulturzentrum Miesbach, Tel. 08025 7000-0 und über München Ticket erhältlich.

Veranstalter sind der Trachtenverein Miesbach und das Kulturamt der Stadt Miesbach.

2014: „Der Goggolori“

Goggolore(i) …

 … ist ein im Voralpenland allgemein bekannter Begriff. Das Wort bezeichnet einen unberechenbaren, sprunghaften, aber lustigen und gutartigen Burschen, „auf den koa Verlass net is, dem wo ma aber net unguat sei ko“

Unser Goggolori lebt am Ammersee und treibt als kleiner Geist sein Unwesen. Er kann unterschiedliche Gestalt annehmen und hat über kleines Getier und Vögel große Macht. Allenthalben, den ganzen See entlang treibt er sich rum und liefert so manchen Schabernack mit Mensch und Vieh. Am liebsten aber ist er in Finning.


(Literatur: nach Otto Reuther, Der Goggolore. Becksche Verlagsbuchhandlung, Neuauflage 1963)

„Was a richtiger Goggolori is, der steckt si a Gocklfeder auf’n Huat.“

Noch ein paar Daten zum Hintergrund:  

Die Entscheidung zu diesen Theaterstück viel bereits im April 2013, die ersten Proben begannen umgehendnach der Sommerpause im Herbst desselben Jahres. Bereits Anfangs erforderte dieses Stück Probenstunden von durchschnittlich 2 Mal pro Woche. In den letzten Wochen vor Aufführung steigerte sich dies auf 3 Proben pro Woche, welche dann in der heißen Phase (14 Tage vor der Premiere) sogar täglich umgesetzt wurde.

Insgesamt waren rund 70 Personen nur für dieses Theatron auf den Beinen. Von Musikern und Bühnenbauer über Elektriker bis hin zur Maske und Catering für Mitspieler und Publikum. Alleine ca. 30 Rollenschauspieler, davon der jüngste mit 18, der älteste mit 65. Dazu kamen nochmals rund 25 Statisten. Die jüngste mit 4 Jahren (Theresa Kremb) und der älteste mit 70. Für den Bühnenbau zeichneten u.a. Paul Martin und Stefan Rühl, welche enorm viel Zeit und Kraft in den Bühnenbau investiert haben. Rund 15 weitere Hilfskräfte werkelten im Hintergrund und halfen so die Aufführung mit abzurunden.

Von der Bayerischen Staatsoper aus München bekamen wir sehr wertvolle Unterstützung durch den Kascheur ²] Harald Hajek, der uns Baumruine, Mauer und Maske für die Goggolori-Puppe angefertigt hat. Manuel Kuthan von [freidwerk], gab uns wertvolle Tipps zum Puppenbau.

Die gesamte Gruppe ist so stark zusammen gewachsen. Alle haben sich mit dem Projekt identifiziert und nach Kräften Ihren Beitrag geleistet.

Ihnen allen sei dafür nochmals herzlich gedankt!

²] Kascheur: Jemand, der plastische Teile der Bühnendekoration (mithilfe von Holz, Leinwand, Pappe, Gips o. Ä.) herstellt (Berufsbezeichnung) – Quelle: duden.de

Inhalt

Zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs – in der Gegend von Finning am Ammersee – hat der Bauer und Weber Irwing mit dem Goggolori einen Pakt abgeschlossen: er sorgt für reiches Wachstum, doch dafür soll ihm alle erste Ernte, alles Erstgeborene und somit auch die Seele von Irwings Tochter Zeipoth gehören. Als Zeipoth 14 Jahre alt ist und der Goggolori seinen Preis einlösen will, bereuen die Eltern den Pakt, zumal ihnen nur ein Kind geboren wurde. Doch selbst der Versuch der Ullerin (einer Hexe, die die Bauersleute zu Hilfe gerufen haben), dem Goggolori durch allerlei List beizukommen, als auch das Ansinnen der Weberin ihn mit einem Zauberglas (das sie der Ullerin abgekauft hat) zu töten – scheitert. Die Pest kommt übers Land. Schließlich schenkt Zeipoth in einem heiligen Schwur dem Goggolori ihren eigenen Tod – „damit er endlich sterben kann …“.

Inszenierung des Goggolori durch das Miesbacher Volkstheater …

Die Inszenierung erfolgt als reines Schauspiel nach dem Text von Michael Ende. Die wunderbare Musik, die Wilfried Hiller komponiert hat, bedarf eines professionellen Ensembles von Sängern und Musikern, was das Miesbacher Volkstheater nicht zu bieten hat. Endes Text, in einer eigenen urbayrischen Sprache, kommt der Ausdrucksweise und Lebensart der Laienschauspieler sehr entgegen. Somit wagt die Truppe den Sprung in ein anspruchsvolles Theaterstück, hineingestellt in die wunderbare Anlage der Freilichtbühne am Waitzinger-Keller unterhalb der Trachtenhütte.

Simona Eckl, Franz Laußer, Wolfgang Ober, Florian Ruml, Klaus Ruml, Anna-Lena Rieder, Norbert Weinhuber, haben unter der Regie von Walter Kohlhauf schon mit den Proben begonnen. Stefan Baumgartner plant und experimentiert zusammen mit Paul Martin bereits an dem aufwändigen Bühnenbild. Angelika Erler schneidert in ihrer Dirndlwerkstatt die Kostüme. Viele, viele Männer, Frauen und Kinder werden bei Massenszenen wie z.B. bei einem Erntedankfest mitwirken.

Außerdem haben Mitglieder des Kirchenchors und des Musikvereins Miesbach zur musikalischen Ausgestaltung des Stücks ihre Teilnahme zugesagt.