Unsere Fahnen

Unsere älteste Fahne ist aus dem Jahr 1862.

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Die „Gesellschaft Gemüthlichkeit“  (gegr. 1859) schaffte für sich 1862 diese Vereinsfahne an. Zur „Gesellschaft Gemüthlichkeit“ zählten hauptsächlich jüngere, unverheiratete Leute, die in erster Linie die überkommenen Schuhplattlertänze pflegten.

Die Fahne ist aus einem leichten Tuch und wurde damals nur einseitig bemalt. Sie zeigt das Wappen von Miesbach mit der Gebirgsschützenstandarte und die drei Berggipfel der Bodenschneid sowie die Jahreszahl 1862. Um 1870 wird es still um die „Gesellschaft Gemüthlichkeit“ und ihrer Schuhplattlergruppe. Einige Mitglieder werden von den staatlichen Ämtern als Haberer verdächtigt, die kurze Lederhose ist unschicklich für den Kirchgang und das Schuhplatteln ist unsittlich.

1882 bildet sich aus Mitgliedern der „Gesellschaft Gemüthlichkeit“ die „Schuhplattler-Gesellschaft“, damit die Tracht, Sitte, Bräuche und Schuhplattlertänze erhalten bleiben. Die „Gesellschaft Gemüthlichkeit“ wird 1886 aufgelöst und die Fahne der „Schuhplattler-Gesellschaft“ übergeben.

1889 bemalte der Kunstmaler Alois Dirnberger die zweite Seite mit dem Schriftzug: „Volkstracht-Erhaltungs-Verein Miesbach 1886“ und den schönen Trachtenfiguren in Genremalerei.

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Beim Trachtenstreit wurde sehr unsachgemäß das „1886“ mit „1858 e.V.“ übermalt. Das lässt sich nicht mehr ändern, ohne die Fahne zu beschädigen.

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Bei ganz besonderen Anlässen nehmen wir eine Kopie der Fahne, allerdings mit der Jahreszahl 1862 e.V., beim Ausrücken mit.

Die Vereinsfahne von 1886

Die Fahne ist gestickt. Die Vorderseite trägt den Schriftzug „Volkstracht-Erhaltungs-Verein Miesbach 1896“, die Rückseite das Miesbacher Stadtwappen.

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Unsere Vereinsfahne von 1958

Die dritte Vereinsfahne zeigt auf der Vorderseite die über Miesbach schwebende Muttergottes und das Bayerische Wappen. Bunte Gebirgsblumen schmücken das farbige Bild, das mit weiß-blauen Rauten eingerahmt ist. Die Rückseite enthält das Stadtwappen in ähnlicher Ausführung wie die Fahne von 1896.
Die Bayrischzeller Trachtler waren 1958 Paten der schwerseidenen Fahne.

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Unsere Fahne von 1986

Unsere neueste Fahne, die im Jubiläumsjahr 1986 geweiht wurde, ist von Kunstmaler Sepp Stallhofer entworfen worden.

Auf der Vorderseite ist die Wallfahrtsmadonna von Miesbach und die Ortsansicht zu sehen, auf der Rückseite ein Trachtenpaar mit Stadtwappen und dem Schriftzug „Heimat u. Volkstracht-Erhaltungsverein Miesbach 1886 – 1986 Treu der Hoamat“.

Miesbach war fast 200 Jahre lang ein großer Wallfahrtsort zur schmerzhaften Muttergottes.

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Weihbischof Franz Schwarzenböck begutachtete im Frühjahr 1985 zusammen mit Schriftführer Alfred Kölbl, 2. Vorstand Hans Leidgschwendner und 1. Vorstand Ernst Mittermaier die Rückseite des Entwurfs von Sepp Stallhofer.

Die Fahne des Gebirgs-Tracht-Vereins „Niederwaldeck“ (gegr. 1898) ging in den Heimat- und Volkstrachtenverein Miesbach über.

Zusammenschluss vom Stammverein und der Niederwaldecker

Im Winter 1932/33 wurde beim Stammverein eine Trachtenkapelle gegründet. Die Musikanten sind fast alle Schuhplattler vom Verein, sie fehlen damit beim Platteln. Die „Niederwaldecker“ dagegen hatten gute Schuhplattler. Ihnen fehlte aber ein eigenes Vereinsheim und eine Blechmusik. So wird der Wunsch laut, die Miesbacher Trachtenvereine zusammenzuschließen. Auch der Druck von oben, mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und dem freiwilligen Zwang zum „Reichsbund Volkstum und Heimat“ stärkte die Trachtler zu einem Miteinander. Der bisherige „Niederwaldecker“-Vorstand Sebastian Krey wird am 03.12.1933 zum gemeinsamen Vorstand gewählt. Sämtliche Patenvereine beider Vereine wurden übernommen:

Stammverein: Hausham, Pasing, Grünwald, Reitrain;

Niederwaldeck: Westerham, Osterwarngau, Thalham-Gotzing und „Edelweiß München“.

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Rückseite der Fahne von 1904: König Ludwig II im Ornat. Nach Auskunft des Bayerischen Nationalmuseums von 1985 handelt es sich um eine besonders wertvolle Fahne (z.B. Malerei des Königs statt Stickerei). Sie bedürfte dringend einer Renovierung.

Ein paar besondere Fahnenbänder vom Verein

Das älteste Band (ganz links) stammt vom „Prinzregenten-Jubiläumsfestschießen bayr. Z. Schütz. Verbände München 1911“ und zeigt Mitglieder des Wittelsbacher Herrscherhauses: Max I. Joseph, Ludwig I., Maximilian II., Ludwig II., Otto I., Prinzregent Luitpold, Ludwig III. Das 4. Band stammt von den „Hirschberglern“ Reitrain 1913.