Bodenschneidkreuz

Der Heimat- und Volkstracht-Erhaltungsverein Miesbach ist Besitzer des Bodenschneidkreuzes, das 1894 aufgestellt wurde.

Dazu gründeten Mitglieder des damaligen Volkstracht-Erhaltungs-Vereins Miesbach um 1893 einen „Verein zur Errichtung eines Kreuzes auf der Bodenschneid“, der die Mittel für das Eisenkreuz von acht Metern Höhe sammelte und sich 1898 auflöste. Die damaligen „Statuten“ erlangten nachweislich „die obrigkeitliche Anerkennung und Genehmigung“. Der damalige Kreuzerrichtungsverein war eine Einrichtung des Volkstracht-Erhaltungs-Vereins Miesbach. Aus der Tradition heraus fühlt sich der Verein verpflichtet, die Einrichtung des „Bodenschneid-Kreuzerrichtungs-Vereins“ zu ermöglichen. Um die notwendigen Mittel für die Sanierung bzw. Neuerrichtung eines Bodenschneid-Kreuzes zu erhalten, kann jederzeit der „Bodenschneid-Kreuzerrichtungs-Verein“ mit zeitgemäßen Anpassungen der „Statuten“ von 1893 – wieder aufleben. Mit Versammlungsbeschluß des Heimat- und Volkstracht-Erhaltungsvereins Miesbach e.V. wurden die „Statuten“ am 3. März 1990 wieder eingesetzt, um die Neuerrichtung des Kreuzes für 1994 zu ermöglichen.

Nach Abzahlung der anfallenden Unkosten löst sich der „Bodenschneid-Kreuzerrichtungs-Verein“ wieder auf und übergibt die Verantwortung für das Kreuz dem Trachtenverein. Sollten noch Gelder vorhanden sein, so sind diese für die jeweiligen Bergmessen am Bodenschneidhaus bzw. für anfallende Renovierungen zu verwenden. Es ist darüber getrennt Buch zu führen.

Das Kreuz auf dem 1668 Meter hohen Hausberg der Miesbacher wurde 1994 mit einem Bundesgrenzschutz-Hubschrauber transportiert.
Das 20 Zentner (1 t) schwere und 8 Meter hohe Kreuz ist aus einem Stück gefertigt. Der Transport gelang nicht auf Anhieb. Beim ersten Anflug kam Nebel auf, der zweite Versuch musste wegen einer starken Windböe abgebrochen werden. Erst beim dritten Anlauf herrschten beste Bedingungen und der Transport funktionierte.

Eingeweiht wurde das Kreuz schließlich von Weihbischof Franz Schwarzenböck, einem gebürtigen Miesbacher.

Alle 5 Jahre – gerechnet ab 1994 (100. Wiederkehr der Kreuzerrichtung) – soll am ersten Sonntag im September eine Bergmesse beim Bodenschneidhaus stattfinden. Die letzten Bergmessen fanden statt am Sonntag, den 05. September 2004 und 06. September 2009, um 10.30 Uhr, am Bodenschneidhaus.

Die nächste Bergmesse findet voraussichtlich statt – am Sonntag 7. September 2014 um 10.30 Uhr beim Bodenschneidhaus.

Für Bergsteiger und Wanderer, mit Lageplan:

Die Bodenschneid ist ein 1.668 m hoher Berg in den Schlierseer Bergen im Mangfallgebirge. Sie erhebt sich zwischen Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee und liegt damit im südlichen Landkreis Miesbach genau an der Grenze zwischen den Gemeinden Kreuth im Westen und Schliersee im Osten.
Die Bodenschneid ist ein langgezogener, oben freier Bergrücken mit steilen Abbrüchen nach Norden hin. Nordwestlich des Gipfels setzt ein Bergkamm namens Peißenberg an, der die wenig bekannten Erhebungen Rinnerspitz, Wasserspitz und Rainerkopf trägt.

Zwingend notwendig:
Bergschuhe und entsprechend feste Kleidung. Ggf. Einheimische nach den aktuellen Wetterbedingungen fragen. Schnelle Wetterumschwünge sind jederzeit möglich.

Impressionen von der Bergmesse von 2009

Fotos: Trachtenverein Miesbach

Bretterkrippe

Zur Vorgeschichte

Seit Jahren gibt es innerhalb des Trachtenvereins Miesbach eifrige Krippenfreunde. Federführend war dabei unser verstorbener 1. Bürgermeister Dr. Gerhard Maier. Mit seinem Wissen sind viele Ausflüge, sog. „Kripperlfahrten“ in den verschiedensten Gegenden Deutschlands, nach Tirol und Südtirol zustande gekommen. Die umfassende Begeisterung für Krippen erweckte in uns allen dann noch unser geschätztes Vereinsmitglied Frater Stefan vom Kloster Andechs. Sein großes künstlerisches Können für Krippen und Klosterarbeiten sind wohl jedem Interessierten bekannt. Eine Krippenausstellung zwischen Dezember 2004 bis Januar 2005 in der Trachtenhütte Miesbach war ein sehr großer Erfolg.

Eine freundschaftliche Verbindung besteht zwischen unserem Volksmusik- wart Fred Kölbl und der Bezirksobfrau der Krippenfreunde Tirols, Anna Jaglitsch aus Mötz/Tirol. Dadurch konnte der Verein im Jahr 2006 eine von Anni Jaglitsch wunderschön mit Öl auf Holz gemalte heilige Familie erwerben. Der Grundstock für eine typische Tiroler Bretterkrippe war damit gegeben.

Im gleichen Jahr 2006 kamen zusätzlich Hirten, Schafe sowie Ochs und Esel hinzu, gemalt von Petra Schwarzmaier und vom Vereinsmitglied Harald Hajek. Unsere Bretterkrippe wird in den kommenden Jahren laufend ergänzt. So gibt es für die Betrachter immer wieder Neues zu entdecken.

Zu sehen ist die Bretterkrippe in der Zeit vom  24. Dezember bis 6. Januar (Heilig Drei König) im sog. Krippenstadl, nahe des Waitzinger-Kellers und der Trachtenhütte Miesbach. Die Innenraumbeleuchtung findet in der Zeit von 16.30 Uhr bis 21.00 Uhr statt.

Als Heimat- und Volkstrachtenverein mit frühester Tradition fühlen wir uns in besonderer Weise der christlich, oberlandlerischen Volkskultur verpflichtet. Es ist uns eine Freude und Ehre allen Kindern und Erwachsenen die Geburt Christi auf diese Weise nahe zu bringen.