Frühjahrssingen

Das Miesbacher Frühjahrssingen…

1963 führte Hansl Leidgschwendner († 05.2012) als damaliger
2. Vorstand des Trachtenvereins Miesbach das „Frühjahrssingen in Miesbach“ ein. Unter vergleichsweise bescheidenen Verhältnissen startete die Veranstaltung im Waitzinger-Kellersaal. Man zahlte hier und in den folgenden Jahren drauf. Es war der Parsberger Volkssänger Sepp Sontheim, der Hansl Leidgschwendner immer zur Seite stand und ihn zum Weitermachen ermunterte.

1970 brachte Sepp Sontheim († 10.1978) erstmals Tobi Reiser mit seinen Salzburger Musikanten nach Miesbach. Von da an ging es mit dem Miesbacher Frühjahrssingen sprunghaft bergauf. Der Waitzinger-Kellersaal fasste an diesem Abend die Menschenmassen nicht mehr und so zog man 1971 in die Oberlandhalle um. Das Frühjahrssingen am 20.3.1971 wurde vom BR, vertreten durch den früheren Leiter der Volksmusikabteilung Karl List, aufgezeichnet.

Das Lieblingslied von Sepp Sontheim: “Jetzt fángt dés schöne Fruáhjahr o”.  ²)

Wegen des überaus großen Zuspruchs fanden in den Jahren 1973 bis 1977 an einem Sonntag bei jeweils vollem Haus zwei Vorstellungen (14:00 und 20:00 Uhr) statt. Zum ersten Mal führte man 1978 das traditionelle Singen an einem Samstag zweimal durch. Der nachmittägliche Besuch hielt sich trotz Freikarten in Grenzen.

Das 17. Frühjahrssingen im Jahre 1979 war dann nur noch eine Abendveranstaltung. Hier gedachte man besonders des 1978 verstorbenen Volkssängers Sepp Sontheim, der in den vergangenen Jahren für das Frühjahrssingen wertvolle Anregungen gegeben hat und immer als kritischer und gern gesehener Gast bei den Miesbacher Trachtlern weilte.

1974 wurde über der Bühne erstmals die von Kunstmaler Sepp Stallhofer gemalte Leinwand „Miesbach um 1850“ aufgehängt.

1988 und 1989 ein ungewohntes Bild – die Halle war in beiden Jahren nicht voll besetzt. Zum 30. Jubiläum im Jahre 1992 hatte Hansl Leidgschwendner 25 Musik- und Gesangsgruppen (!) eingeladen, die in einem ersten und in einem zweiten Teil mitwirkten.

1993 trat der Begründer des Miesbacher Frühjahrssingens, Hansl Leidgschwendner, nach 31 Jahren als Organisator und Ansager ab. Er bedauerte, dass “einige Lücken” in den Besucherrängen waren.

1994 lud der Trachtenverein zum 32. Male unter neuer Leitung zum Frühjahrssingen und Musizieren ein. Die Oberlandhalle war nur schwach besetzt. Das hatte es noch nie gegeben.

Die Jahre 1995 bis 1998 zeichneten sich erneut mit schwachem Besuch aus. Bei der 37. Veranstaltung 1999 war dann die Oberlandhalle nur halb voll. Lediglich 450 zahlende Besucher hatten den Musik-und Gesangsdarbietungen zugehört. Einfach enttäuschend.

Von 2000 bis 2015 war der Volksmusikwart Fred Kölbl für das Miesbacher Frühjahrssingen verantwotllich. Er hat in seiner zeit an das hohe Niveau der früheren
Jahre angeknüpft. Das Fürhjahrssingen ist eine feste Größe im kulturellen Leben der Kreisstadt und zählt mit zu den traditionsreichsten Veranstaltungen im
gesamten Alpenvorland. Aus Altersgründen gab Fred Kölbl sein Amt 2015 ab.


“Das 50. Jubiläumssingen & Musizieren am 24. März 2012 in der Oberlandhalle, wird bestimmt was Besonderes” … dachten die Veranstalter. Die Karten für diesen Abend waren innerhalb 3 Wochen vergriffen.

Der Miesbacher-Merkur titelte sofort am darauf folgenden Tag:

Sepp Sontheim hätte sich riesig gefreut, dass das Miesbacher Frühjahrssingen nun bereits zum 50. Mal über die Bühne gegangen ist. Da waren sich seine Familienmitglieder und der Trachtenvereinsvorsitzende Stefan Baumgartner einig. Von einem Bild über der Bühne schaute Volkssänger Sontheim mit feinem Lächeln auf acht erlesene Gesangs- und Instrumentalgruppen, zwei Moderatoren und mehr als tausend entzückte Gäste in der Oberlandhalle herab.
Leider konnte der schwer kranke Hansl Leidgschwendner – Begründer des größten und schönsten Frühjahrssingens in Bayern (so Sänger Waggi Rehm) – am Jubiläumsabend nicht selbst teilnehmen. Stellvertretend konnten aber seine Ehefrau Anneliese und Sohn Peter begrüßt werden.

Für das Jubiläum hatte sich Organisator Fred Kölbl mächtig reingehängt, um dem Trachtenverein, der Stadt, den Mitwirkenden und vor allem dem volksmusikbegeisterten Publikum einen unvergesslichen Abend zu schenken.

Der langjährige Moderator Peter Kostner spielte nicht nur mit einem Teil seiner Innsbrucker Stadtmusikkapelle Wilten schneidige Blasmusik und führte mit Elisabeth Rehm-Wank durch das abwechslungsreiche Programm. Peter Kostner überreichte Baumgartner als Geburtstagsgabe auch ein „Marschl“, namentlich die Noten seines „Miesbacher Trachtenvereins-Marsches“. Dessen Premiere krönte das fast vierstündige Volksmusik-Feuerwerk, an dessen Ende das Publikum enthusiastisch Beifall klatschte.
[Quelle: Miesbacher Merkur]

2013 – Das 51. Frühjahrssingen & Musizieren ist das letzte Mal zu Gast in der Oberlandhalle:

Zur Übersicht, zum Bericht und den Sendeterminen

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Red.] An dieser Stelle bedankt sich der Trachtenverein Miesbach nochmals bei allen Mitwirkenden aber im Besonderen bei unserem ehem. Musikwart Fred Kölbl für sein außerordentliches Engagement, seine Ausdauer und Herzblut.

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Seit 2016 liegt die Gesamtleitung des Frühjahrssingen nun bei Hans Erler.

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²) Hintergrundmusik: Tegernseer Zwoagsang, Lizenz: musikload.de, 30 Sek.

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